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Marokkos Platz gesichert, doch Saibaris Verletzung trübt die Freude
In der drückenden Hitze des NRG Stadiums von Houston stöhnte Marokkos Team auf, als Azzedine Ounahis donnernde Schüsse den kanadischen Widerstand brachen. Die Atlaslöwen sicherten sich am Samstagabend mit einem 3:0-Sieg ihren Platz im Viertelfinale der Weltmeisterschaft, doch die Feiern wurden getrübt durch den Anblick von Ismael Saibari, der nach nur 20 Minuten auf einer Trage vom Platz getragen werden musste.
Azzedine Ounahi traf zweimal innerhalb von sieben Minuten nach der Pause, um Marokkos Weiterkommen zu besiegeln, während Soufiane Rahimi noch ein spätes drittes Tor hinzufügte. Der Sieg bedeutet, dass Kanada als erstes Gastgeberland aus dem Turnier ausscheidet. Marokkos Viertelfinale steht nun gegen Frankreich in Boston am Dienstag an, nachdem zuvor am Sonntag in Philadelphia ein mögliches Duell mit Paraguay wartet.
Die erste Halbzeit war ein hitziger Schlagabtausch mit 21 Fouls und sechs gelben Karten – vier für Marokko und zwei für Kanada – bei schwelenden Spannungen. Kapitän Achraf Hakimi kam mit dem kanadischen Linksverteidiger Richie Laryea aneinander, was Schiedsrichter Michael Oliver zu ständigen Eingriffen zwang. Die Spielleitung wurde zum Gesprächsthema, als Oliver Cyle Larin wegen eines Zweikampfs mit Yassine Bounou die vierte Gelbe Karte zeigte, was allgemein als hart kritisiert wurde.
Ismael Saibaris vorzeitiger Ausfall ist eine große Sorge für Marokko. Der PSV-Stürmer, der bereits drei Tore bei dieser WM erzielt hatte, zog sich eine Oberschenkelverletzung zu und ist nun eine Frage für das Viertelfinale. Saibari hatte erst letzte Woche einen Wechsel von PSV zu Bayern München im Wert von 50-55 Millionen Euro vollzogen, was seine Verfügbarkeit zusätzlich dringlich macht.
Ounahi, 26, war der herausragende Spieler Marokkos bei diesem Turnier. Sein erstes Tor erzielte er nach einer Hakimi-Freistoßvorlage, die er am Strafraumrand perfekt abschloss und Milan Borjan bezwang. Das zweite Tor fiel, nachdem Brahim Díaz einen Konter fast verpasste und der Ball zu Ounahi rollte, der ihn eiskalt verwertete.
Kolumbiens frühes Tor bringt Sieg in der Hitze von Kansas City
Kanada drängte in der zweiten Halbzeit nach vorne, wobei Cyle Larin – ehemaliger Feyenoord-Spieler – am nächsten dran war, als er Bounou ausspielte, doch der Torwart rettete. Larins Frustration entlud sich, als er erneut verwarnt wurde, womit die Foulstatistik bei 8:4 für Marokko stand. Marokkos Weg ins Viertelfinale war von Resilienz geprägt. Ihre Halbfinalniederlage bei der WM 2022 gegen Frankreich, die durch Sofyan Amrabats Sprint zur Rettung von Kylian Mbappé in Erinnerung blieb, dient als Referenzpunkt. Diesmal müssen sie sich einer neuen Herausforderung gegen eine französische Mannschaft unter Didier Deschamps stellen, die zuvor Paraguay in Philadelphia bezwingen muss. Die späte Einwechslung von Sofyan Amrabat für Ayyoub Bouaddi brachte frische Kräfte, während Chemsdine Talbi für Marokko ins Spiel kam. Der 21-jährige Spieler von Sunderland, geboren in der belgischen Stadt Sambreville und ausgebildet bei Club Brugge, bereitete am Montag im 1:1 gegen die Niederlande ein wichtiges Tor vor. Jesse Marsch von Kanada wird über ein Turnier nachdenken, das mit hohen Erwartungen begann. Der frühe Aus seiner Mannschaft unterstreicht die Schwierigkeiten, eine Weltmeisterschaft auszurichten, da auch Mexiko und die USA früh ausschieden. Die Probleme der Gastgeber stehen im Kontrast zu Marokkos disziplinierter Entwicklung. Für Marokko richtet sich der Fokus nun auf das Viertelfinale am Dienstag. Ounahis Form deutet darauf hin, dass er das Team tragen kann, doch das Fehlen von Saibari – falls bestätigt – würde eine große Lücke im Angriff hinterlassen.