WM
Klopp nimmt Arsenal wegen Standardsituationen erneut ins Visier
Jürgen Klopp stellte die Legitimität von Arsenals Erfolg bei Standards nach dem überraschenden WM-Aus Deutschlands gegen Paraguay in der Runde der letzten 32 infrage. Deutschland erreichte in den letzten drei Turnieren nicht mehr das Achtelfinale und gewann zuletzt ein WM-K.-o.-Spiel im Finale 2014 in Rio de Janeiro.
Julian Nagelsmann, mit 38 Jahren Deutschlands jüngster Nationaltrainer, wurde mit 40 Jahren der jüngste Coach, der ein WM-K.-o.-Team leitete. Er setzte erstmals Deniz Undav ein, den besten Torschützen des Turniers, in der Partie ein.
Deutschland glaubte, das Spiel in der 102. Minute gewonnen zu haben, als Jonathan Tah per Kopfball aus einer Ecke am zweiten Pfosten traf – doch das Tor wurde nach einer langen VAR-Prüfung wegen eines Fouls am Torwart aberkannt. Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah verschossen anschließend im Elfmeterschießen, während José Canale nach zwei vergeblichen Versuchen Südamerikas die Ruhe bewahrte und Paraguays Sieg besiegelte.
Klopp sagte zu MagentaTV: „Wenn das Tor nicht regelkonform ist, dann wird Arsenal nicht englischer Meister. 60 Prozent ihrer Tore fallen so. Wir [Deutschland] gewinnen das Spiel, wenn der Ball drin ist. Das ist natürlich brutal.“
Arsenal erzielte in der letzten Premier-League-Saison 25 Tore nach Standards, was 35 Prozent ihrer insgesamt 71 Tore ausmachte. Mikel Artetas Team sah sich wiederholt Kritik für aggressive Eckballtaktiken ausgesetzt, darunter das Überladen des gegnerischen Sechzehnmeterraums.
Arteta wies Vorwürfe einer übermäßigen Abhängigkeit von Standards zurück: „Es tut mir leid, dass wir nicht mehr Tore erzielt und auch welche kassiert haben. Wir wollen in allen Spielaspekten das beste und dominanteste Team sein. Das ist die Ausrichtung und das Ziel dieser Mannschaft.“
Klopp, der während der WM als Experte für den deutschen Fernsehsender arbeitete, sorgte für Aufmerksamkeit, nachdem er sich bei Nagelsmann für seine Bemerkungen über dessen Startelf in der Gruppenphase gegen Curaçao entschuldigt hatte. Der ehemalige Liverpool-Trainer hatte trotz des 7:1-Siegs Nagelsmanns Aufstellung infrage gestellt.
Klopp, der in Houston bei Magenta TV zu Gast war, sagte: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann noch immer die Mannschaft auf.“ Der frühere Deutschland- und Bayern-München-Stürmer Thomas Müller, ebenfalls im Studio, antwortete lachend: „Kloppo, wir haben erst Juni. Du bist schon im September.“
Der Austausch unterstrich die anhaltende Debatte über Nagelsmanns Zukunft, wobei Klopp später klarstellte: „Wir gehören auch informell zum Team, wir stehen absolut hinter dir. Ich habe schon das meistgehasste Wort des Jahres entdeckt: noch. Ich hätte mir für diesen Satz in den Hintern treten können, aber es war schon zu spät und ich war im TV. Es ist mir einfach so rausgerutscht und hat absolut keine Bedeutung. Was ich gemerkt habe: Ich werde am Dienstag 59 und bin immer noch ein Idiot.“